Social Shopping, intelligente Smartphone-Dienste und antizipierte Kundenwünsche

"Der Community zeigen, was man mag, was man sich wünscht, oder aber auch, was man gekauft hat - Social Shopping und Social Bookmarking in dieser Form gibt es mit Anbietern wie KaboodleThisNextWists, oder aber auch Edelight bereits seit Jahren: Man legt Listen an, übernimmt Produktfunde der Anderen in die eigenen Listen oder fügt sie den eigenen Favoriten hinzu; man kommentiert die Funde der Anderen und baut sich eine eigene kleine Community, indem man andere User followt oder als Freund markiert", schreibt Bloggerin Anissa Stettner.

Mit Pinterest ist ein weiterer Anbieter dazugestoßen, allerding nicht als reiner Blogservice oder Bildersammelmappe.

"Hier enstehen selbstkuratierte Sammlungen von Fundstücken aus dem Web, wobei der eigentliche Schwerpunkt beim Shoppen liegen sollte. Was Pinterest ausserdem von beiden absetzt, ist die Ästhetik; kataloggleich kommen Kollektionen der User daher, alles sieht irgendwie "appealing" aus, und seien es die schnödesten Bilder von irgendwo aus dem Web", so Stettner.

Das Ganze werde ohne nervig blickende Werbebanner oder Google-AdWords überfrachtet. Stettner stellt den Dienst in allen Einzelheiten vor. Sehr interessantes Projekt. Bin gespannt, wie der deutsche Dienst Pinspire einschlagen wird. Neunetz sieht das Projekt kritisch.

Was in Deutschland bislang an Applikationen für Smartphone-Services entwickelt wird, ist auch nicht sehr überzeugend. Man gewöhnt sich sehr schnell an den Komfort der Netzintelligenz. Kunden bringen heute kein Verständnis mehr dafür auf, dass sich ihre Mobilfunkgeräte einfach und zuverlässig per Sprachbefehl steuern lassen, sie aber dennoch unter gewohnten Service-Hemmnissen leiden, wenn sie mit Unternehmen oder Organisationen in Verbindung treten: Verbraucher finden häufig auf den Websites der Firmen keine Antworten auf ihre Fragen, per E-Mail warten sie oft Tage bis eine Rückmeldung erfolgt. Und anrufen – so hat eine europaweite Kundenservice-Studie jüngst ergeben – wollen heutzutage immer weniger Menschen. Eine freundliche Meldeformel eines Mitarbeiters im Call Center reicht schon lange nicht mehr aus, um die veränderten Erwartungen der Kunden zu bedienen.

Entscheidend ist doch, dass für 80 Prozent der Verbraucherfragen im Moment der Kontaktaufnahme die richtigen Wissensinhalte zur Verfügung stehen. Und das unabhängig davon, ob ich eine Suche auf der Website des Anbieters durchführe, eine Mitteilung der E-Mail oder Facebook sende oder am Telefon eine Frage stelle. Moderne Methoden der Mustererkennung und Künstlichen Intelligenz sind zuverlässig in der Lage zu antizipieren, was man als Kunde wünscht. Viele Direktversicherer, Online-Händler und Energieversorger setzen schon heute diese lernfähige Software ein. Wir sollten also etwas mehr Tempo entwickeln, um bessere Services für die Netzwelt auf den Markt zu bringen. An Shopping-Diensten wie Pinterest kann man sehr gut erkennen, was heute so alles möglich ist. Wir sollten mehr experimentieren!

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