Relevanz von sozialen Netzwerken am Arbeitsplatz steigt - Unternehmen sind aber immer noch zögerlich

 

Robert Halfway Technologies hat eine weitere Studie zur Nutzung von sozialen Netzwerken am Arbeitsplatz veröffentlicht. Das berichtet facebookbiz: "Vergleicht man die Ergebnisse von 2011, mit den Zahlen von 2009, sieht man, dass immer mehr Unternehmen die Nutzung von Facebook auf der Arbeit erlauben." 2009 gaben 54 Prozent der befragten Unternehmen zu Protokoll, dass soziale Netzwerke am Arbeitsplatz nicht erlaubt sind. In diesem Jahr ist der Wert auf 31 Prozent gesunken.

"Weitere Ergebnisse der Studie besagen, dass 51 Prozent der Unternehmen ihre Mitarbeiter Zugriff auf soziale Netzwerke gewähren, wenn es sich um eine Firmenangelegenheit handelt. Hierzu könnte zum Beispiel die Betreuung einer Facebook Seite, eine Recherche auf Twitter, oder das Monitoring eines Unternehmens zählen. Bei der privaten Nutzung hingegen, sind die Werte wieder etwas zurückgegangen. So erlauben 14 Prozent der Unternehmen, soziale Netzwerke auch teilweise privat zu nutzen (16 Prozent in 2009) und lediglich 4 Prozent haben keinerlei Beschränkungen bei der Nutzung (6 Prozent in 2009)", so facebookbiz.

Generell sind die Unternehmen in der Social Web-Frage noch recht unentschlossen. Auch die Konsequenzen auf die Organisation im Ganzen werden nicht richtig durchdacht. Siehe den Bericht "Netzwelt überfordert Unternehmen".

Dazu habe ich ja auch eine Stellungnahme abgegeben: Wer sich als Unternehmen auf die Social-Media-Welt einlässt, sollte sich in allen Geschäftseinheiten vom Mythos der absoluten Kontrolle, Rationalität und Planbarkeit verabschieden. Es reicht nicht aus, für die Kulisse ein kleines Twitter-Team im Kundenservice zu bilden und alles andere beim Alten zu belassen. Damit wird man kläglich scheitern. Der amerikanische Organisationspsychologe James G. March plädiert deshalb für eine "Technologie der Torheit". Er meint damit aber nicht Albernheit, sondern Verspieltheit, um Raum für Experimente zu schaffen. Organisationen kommen nicht ohne Wege aus, Dinge zu tun, für die sie keine guten Gründe haben. Es existiert in allen Entscheidungssituationen eine Menge Unsicherheit und Konfusion, die von den traditionellen Managementkonzepten und verstaubten BWL-Theorien ignoriert werden. Bin gespannt, wie sich diese Diskussion weiterentwickeln wird.

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