Das deutsche Silicon Valley: So könnte es aussehen

Ist ein Innovationspool nach Vorbild des Silicon Valley in Deutschland möglichWährend Deutschland hinsichtlich physikalischer Produkte nach wie vor das Image hat, Qualität zu produzieren, gehört es im digitalen Bereich eher zu den Entwicklungsländern. Der Wettbewerb „CEO oft the future“ stellte aufstrebenden Managern in spé die Aufgabe Lösungen für das Dilemma zu finden.

Konkret lautete die gestellte Frage in diesem Zusammenhang: "Ist ein Innovationspool nach Vorbild des Silicon Valley in Deutschland möglich? Was müsste dafür geschehen?" Die Antworten aus den Essays, die die Teilnehmer über ein wichtiges Wirtschaftsthema der Zukunft geschrieben haben, lassen sich wie folgt zusammenfassen.

Innovationslosigkeit

Die Essays lassen erkennen, dass sich die Haltung der Teilnehmer in den Grundzügen ähnelt. Der allgemeine Tenor ist: Es mangelt Deutschland an Innovationskraft.

Ein Teilnehmer war der Ansicht, dass das Silicon Valley nicht zwingend kopiert werden müsse, aber Deutschland hätte das Potential, Europas Innovationszentrum zu werden. Doch warum ist dies noch nicht geschehen? Der Teilnehmer führt aus: „Vermutlich ist es eine Kombination zwischen psychologischen Faktoren und staatlicher Regelung. Risikokapital ist immer noch ein Fremdbegriff, die Kultur von 'Business Angels' existiert nicht. Für Arbeitskräfte ist Gründung - oder gar Mitarbeit bei einem Start-Up - wenig attraktiv und unsicher.“

Englisch als Amtssprache?

Ein etwas radikalerer Vorschlag kommt von einem anderen Teilnehmer – man solle Englisch als zweite Amtssprache hinzunehmen: „Dass Start-ups an ausschließlich Deutsch sprechenden Ausländerbehörden verzweifeln, erlebe ich, wenn ich hochqualifizierte ausländische Freunde zum Ausländeramt begleite. Da ist es nicht verwunderlich, dass Holland und Schweden, in denen nicht nur Mitarbeiter der Ämter fließend Englisch sprechen, fünf- bis zehnmal so viele Zuwanderer wie Deutschland verzeichnen.“ Dies treffe auf die Zustimmung einer Mehrheit. So seien 59% der Deutschen für die Maßnahme Englisch in allen EU-Ländern als zweite Amtssprache einzuführen.

Alte Vorbilder werden in Frage gestellt

Spricht man von deutschen Gründern, die es zu großem Erfolg und Reichtum brachten, so denkt man unweigerlich an die Köpfe hinter großen Discounter-Ketten wie Aldi oder Lidl. In den USA ist es üblich, dass derart erfolgreiche Unternehmer Mittel und Know-How an Gründer weitergeben, in Deutschland ist dies jedoch nur sehr begrenzt der Fall. So stehen den dort aufgewendeten 19,5 Milliarden Euro Risikokapital hierzulande lediglich 360 Millionen gegenüber. Die Teilnehmer des Wettbewerbs sind deshalb der Auffassung, dass die ehemals erfolgreichsten Innovatoren unseres Landes ihre gesellschaftliche Verantwortung nicht in ausreichendem Maße wahrnehmen.

Grundsätzlich diente die USA in diesem Wettbewerb vielfach als Referenz in Sachen Gründer-Support, wobei es offensichtlich versäumt wurde der Silicon Valley Idee eine Alternative gegenüberzustellen, welche die Besonderheiten der deutschen Wirtschafts- und Gesetzesstruktur ausreichend berücksichtigt.

Quellen:

http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/ceo-of-the-future-wettbewerb-kuert-die-chefs-von-morgen-a-1041089.html,

https://www.future-ceo.de/

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