Consumerization: Innovation kommt vom Verbraucher

Consumerization of IT: Lernfähige Softwarelösungen sind dafür unumgänglichBeim Begriff "Consumerization of IT" denken die meisten IT-Verantwortlichen in erster Linie an die damit verbundenen Geräte und Risiken. Noch vor wenigen Jahren war der Arbeitsplatz mit Desktop-PC und Blackberry ausgestattet. Heute liegen Smartphones und Tablets auf den Tischen – häufig von zuhause mitgebracht (Stichwort: BYOD). Eine Entwicklung, die durch die IT überwiegend als Bedrohung für die Unternehmenssicherheit wahrgenommen wird. Doch bei genauer Betrachtung steckt weit mehr dahinter.
Noch vor 10 Jahren waren Großunternehmen der Ort, an dem technische Innovation betrieben wurde. Von den ersten Großrechnern über Laptops, E-Mail und leistungsfähigen CPUs: neue Technologien zogen immer zuerst am Arbeitsplatz ein, um danach auch in kleineren Unternehmen und privaten Haushalten zum Alltag zu werden. Wer die besten Geräte sehen wollte, der ging damals in den Sicherheits-Trakt eines Dax-Unternehmens und nicht in den nächsten Elektrofachmarkt.

Die seismische Verschiebung der Innovation

Heute wird die Tabellenkalkulation von der gleichen CPU erledigt, die in der Spiele-Konsole des Sohnemanns verbaut wurde. Die Spracherkennungssoftware in unseren Autos und Smartphones ist im Wesentlichen ebenso leistungsstark wie jene auf der Banking-Hotline. Seit die „Cloud“ in aller Munde ist, stellen auch Rechenleistung und Speicherkapazitäten keine technisch anspruchsvollen Herausforderungen in mittleren Unternehmen dar. Informationstechnologie und Konnektivität ist längst zu einem Verbraucher-Thema geworden. Die Mitarbeiter sind ganz selbstverständlich mit den neuesten Geräten ausgestattet. Was bedeutet das für die Unternehmens-IT?

Die Suche nach personalisierten Inhalten

Zunächst die gute Nachricht: früher haben ausschließlich die Unternehmen neue Geräte und Technologien finanziert. Heute übernehmen das die Verbraucher. Die Zeiten spezieller Supercomputer und Anwendungen ist vorbei. Über persönliche Geräte laden und lesen Mitarbeiter Unternehmensinformationen, posten Inhalte in interne und externe Netzwerke. Das CRM kommt immer häufiger aus dem Netz. Vielleicht werden wir in einigen Jahren darüber schmunzeln, dass wir heute noch PC und Telefon auf den Arbeitsplätzen bereitstellen. Stattdessen bringen künftig Mitarbeiter Ihre Arbeitsgeräte so selbstverständlich wie Krawatte und Schuhe von zuhause mit. Kostspielige Unternehmens-Hardware und Enterprise Applikationen werden in den Hintergrund treten, Inhalte (Content) in den Vordergrund.

Denn die wahren Herausforderungen liegen in Zukunft nicht in der Kommunikation an sich, sondern im Verstehen der Inhalte. Eine Flut von unstrukturierten Daten geht auf die Unternehmen ein. Bis 2020 wird sich das Datenvolumen wenigstens um den Faktor 8 multipliziert haben. Statt angesichts der Fülle an Endgeräten zu verzweifeln und sich gegen die „Consumerization“ zu stemmen – ein hoffnungsloses wie falsches Unterfangen – sollten wir nach Mitteln und Wegen suchen, diese Devices mit unseren Informationen zu verbinden. Kunden, Partner und Mitarbeiter müssen Teil der Unternehmensprozesse werden. Dazu wird es notwendig sein, sich in den kommenden Jahren von den klassischen Legacy-Strukturen zu verabschieden und auf hybride Cloud-Lösungen zu setzen. Das macht den Weg frei für eine verbraucherfreundliche Nutzung und personalisierte Inhalte. Angesichts der Fülle von Informationen muss ein Umdenken stattfinden: Nicht der Mensch sollte nach Informationen suchen, sondern die Information findet den Menschen.

Ein Grund mehr, warum lernfähige Software alternativlos ist. Erst wenn der Umgang von Menschen mit Informationsinhalten technisiert worden ist, können leistungsfähige, mobile Kommunikationsgeräte die Verbindung von Inhalt und Prozess schaffen. Damit IT den Menschen und seine Bedürfnisse verstehen kann.

Foto: @istockphoto/skynesher

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