7 Herausforderungen in der digitalen Transformation

 

Digitale Transformation birgt Herausforderungen wie jede große Veränderung. Bildquelle: iStockphoto.com/ cherezoff

 

Große Umwälzungen bringen große Veränderungen mit sich und scheren sich wenig um den Wunsch nach Routine der Marktteilnehmer. Deshalb ist heute, mehr denn je, Flexibilität gefragt.

1. Frühzeitiges erkennen und agieren

Eine häufige Strategie bei Unternehmen ist es die Konkurrenz zu beobachten und selbst nichts zu tun, so lange bei dieser keine Anzeichen auf eine Veränderung hindeuten. Diese Zögerlichkeit ist nicht nur rationaler Natur, sondern auch eine unbewusste Reaktion auf das Bedürfnis der Instandhaltung alter Weltbilder. Das betrifft gerade Unternehmen, deren Kerngeschäft in Internet-fernen Gebieten wie dem lokalen Einzelhandel oder im Verlagswesen liegt. Wer jedoch abwartet bis der wirtschaftliche Druck zum handeln zwingt, hat zu lange gewartet und wird aller Wahrscheinlichkeit von neuen, digitalen oder flexibleren alten Konkurrenten überholt.

2. Eine starke Vision entwerfen

Auch wenn externe Umstände den Wandel alleine bedingen, geht es ohne eine interne Vision nicht. Eine gute Vision fußt auf den Stärken des Unternehmens, besteht einen Reality Check und lässt sich in einem klaren Satz verständlich zusammenfassen (Bsp.: „...a computer on every desk and in every home.“ – Bill Gates). Wie das Wort „Transformation“ schon besagt – es geht in den meisten Fällen nicht um das niederreißen und neu aufbauen des Unternehmens, sondern um einen – den Umständen entsprechend - möglichst eleganten und weichen Übergang in die digitale Ära. Wenn eine neue Vision diesen Aspekt beinhaltet, ist es auch leichter Akzeptanz für sie zu finden.

3. Die Geschäftsführung überzeugen

Sie können noch so überzeugt von Ihrer Vision sein und allerlei Entscheidungsbefugnisse haben – ohne die Geschäftsführung im Boot lassen sich große Umwälzungen nicht durchführen. Da aber gerade dieser am Erhalt bzw. Wachstum der Organisation gelegen sein sollte, sind Sie lediglich das Zünglein an der Waage. Den Rest erledigt der Zeitgeist früher oder später. Sorgen Sie dafür, dass es früher passiert.

4. Die interne Kommunikation neu aufbauen

Nach außen getragener Anachronismus findet sich häufig in den betrieblichen Strukturen eines Unternehmens wieder. Man kann nicht eine neue Offenheit und Kundenorientierung in der Außendarstellung predigen und innerbetrieblich an einer verkrusteten, distanzierten Kommunikationsphilosophie festhalten. Im Hinblick auf mehr Flexibilität müssen organisatorische Barrieren aus dem Weg geräumt werden. Prozesse müssen automatisierter ablaufen, die Kanäle ausgebaut und in höherer Frequenz genutzt werden.

5. Blockaden konsequent aus dem Weg schaffen

Neben behäbigem Kommunikationsverhalten und zu wenig Transparenz, gibt es noch zahlreiche andere Hürden, die ein Vorankommen in der Umstrukturierung gefährden können. Zum Beispiel mangelnde Investitionsbereitschaft in erforderliche Technologie. Neue Software für das Contact Center, Multichannel-Shopsysteme, IT-Lösungen für Big Data – es kostet Zeit, Geld und Mühen. Manch einer mag dies scheuen, aber wenn die Entwicklungen durch eine mangelnde Investition in die Mittel zum erliegen kommen, kann man das Projekt „Digitale Transformation“ als gescheitert betrachtet. Einen Kompromiss gibt es in dieser Hinsicht nicht.

6. Ein „Quick Win“ Projekt inkludieren

Niemand lässt sich gerne zu einer Unternehmung überreden, die allenfalls nur einen absehbaren Nutzen hat. Das Belohnungssystem des Menschen ist für gewöhnlich einfacher gestrickt. Denken Sie sich im Zuge der Umstrukturierungen ein Projekt aus, das einen schnellen Erfolg verspricht und als positives Signal für den weiteren Verlauf des Wandels angesehen werden kann. Sehen Sie sich dazu die akuten Schwächen Ihrer Firma an und versuchen sie für einen solchen Schwachpunkt eine schnell umzusetzende Lösung zu finden.

7. Den Wandel mitsamt der Unternehmenskultur begleiten

In Momenten des Wandels zeigt sich das Rückgrat eines Unternehmens. Angst führt zu halbgaren Lösungen oder Rückzug in alte Muster. Karstadt hätte bspw. die Mittel aufbringen können das komplette Geschäft zügig zu digitalisieren. Die grundlegenden Strukturen waren gegeben, die Umsätze vorhanden. Man ist den Weg jedoch nicht zu Ende gegangen, bezeichnete das Netz trotzig als Marketing-Kanal und musste zusehen wie das Konzept des Warenhauses als Mittelpunkt des Geschäfts am veränderten Marktumfeld zerbröckelte und Millionen Kunden verlor. Die Sanierungsaufgaben halten bis heute an. In diesem speziellen Fall zeigt sich die Ambivalenz, wenn Notwendigkeiten umgesetzt und von Widerständen begleitet werden.

Der Artikel hat gefallen? Dann gerne teilen!