Welchen Einfluss hat Künstliche Intelligenz auf Finanzdienstleistungen?

Künstliche Intelligenz kommt immer häufiger in Finanzdienstleistungen zum Einsatz. 69 Prozent aller Verantwortlichen bei Finanzdienstleistern aus den Bereichen Data und Analytics nutzen intelligente Softwarelösungen oder haben dies fest vor. Zu diesem Ergebnis führte eine Studie von Forrester Research im Jahr 2017. Damit stehen Finanzdienstleister dem Einsatz künstlicher Intelligenz weitaus aufgeschlossener gegenüber als Entscheider so manch anderer Branche. Müssen sie aber auch: Den etablierten Finanzdienstleistern sind aufstrebende FinTechs auf den Fersen, deren Geschäftsmodelle auf innovativen Finanzdienstleistungen beruhen – Künstliche Intelligenz ist hier fast immer im Spiel.

FinTechs: Große Finanzspritzen für innovative Finanzdienstleistungen

Wie das Handelsblatt kürzlich berichtete, haben deutsche FinTechs im ersten Quartal dieses Jahres mit innovativen Finanzdienstleistungen bereits Investitionen in Rekordhöhe an Land ziehen können. Die erworbenen Gelder belaufen sich auf eine Summe von 295 Millionen Euro. Das sind 44 Prozent mehr als im ersten Quartal des Jahres 2017. Sie beweisen: Große Investoren - wie die Allianz, Bertelsmann und Visa - nehmen FinTechs ernst und rechnen fest mit einem Erfolg der innovativen Finanzdienstleistungen. Darunter intelligente Lösungen für die automatisierte Vermögensverwaltung, neue digitale Zahlverfahren und intelligente Zinsvergleiche.

Etablierte Finanzdienstleister unter Druck

Die etablierten Finanzdienstleister stehen unter Zugzwang. Bisher kooperierten sie in erster Linie mit den aufstrebenden und technologisch versierten FinTechs. So bieten auch sie intelligente Finanzdienstleistungen an. Von wem diese entwickelt werden, registrieren Kunden nur selten. Nichtsdestotrotz: Viel länger lässt sich die digitale Transformation in den bekannten Bankhäusern nicht aufschieben. FinTechs könnten weiter erstarken und eine größere Rolle auf den Finanzmärkten beanspruchen. Auf dieses Szenario sollten Finanzdienstleister sich mit der Entwicklung eigener Digitalisierungsstrategien vorbereiten. Welche innovativen Finanzdienstleistungen bringen sie auf den Markt? Wie integrieren sie Künstliche Intelligenz in ihre Geschäftsprozesse? Wie schaffen sie es, sich auf intelligente und kundenfreundliche Weise digital zu vernetzen?

Antworten auf Künstliche Intelligenz finden

Die Zeit des Ausprobierens ist vorbei. Nach den Prognosen der Experten von Forrester für 2018 werden CIOs weltweit erkennen, dass neue Technologien wie Künstliche Intelligenz nicht nur Spiel und spannende Innovation sind, sondern vor allen Dingen harte Arbeit bedeuten. Deswegen werden CIOs:

  • darüber nachdenken müssen, wie Künstliche Intelligenz ihre Analysekompetenz schärfen und neue Geschäftsmodelle prägen kann,
  • in diesem Zuge noch mehr Daten brauchen und auf noch bessere Rechenleistungen angewiesen sein – das ruft die Cloud wieder auf den Plan,
  • Lösungen finden müssen, wie sich Wissensbeschaffung und unternehmerische Kompetenz im Unternehmen bündeln lassen.

 
>Laut Forrester werden zahlreiche Unternehmen dafür sogenannte Zentren gründen, in denen Kundenwissen gebündelt wird, und verstärkt Daten-Ingenieure einstellen. Immer mehr Unternehmen werden zudem auf sogenannte Insights-as-a-Service (IaaS)-Lösungen zurückgreifen – Lösungen, die aus Daten die relevanten Erkenntnisse generieren.

Viel Potenzial für Künstliche Intelligenz in Finanzdienstleistungen

Die Forrester-Prognosen machen einmal mehr deutlich, welche Bedeutung dem intelligenten Umgang mit Daten zukommt. Und weiterhin zukommen wird. Unternehmen müssen (die richtigen) Erkenntnisse aus ihren Daten ziehen können. Sind sie dazu nicht in der Lage, fehlt ihnen eine Zukunft. Auf Finanzdienstleister trifft das besonders zu. Intelligente Finanzdienstleistungen beruhen auf Voraussicht, individueller Beratung und gutem Service. Dafür müssen Finanzdienstleister ihre Kunden verstehen, kennen und einschätzen können. Ihr großer Vorteil: Sie müssen sich viele Informationen nicht erst beschaffen. Kunden haben ihnen ihre Daten bereits vertrauensvoll bereitgestellt. Künstliche Intelligenz unterstützt Finanzdienstleister dabei, diese Daten sicher und genau auswerten. Die aus diesen Daten gewonnen Erkenntnisse können sich Finanzdienstleister vielfach zu Nutze machen – um ihre Customer Experience zu verbessern, Kunden zu weiteren Aktionen zu bewegen und nicht zuletzt neue, intelligente Finanzdienstleistungen zu entwickeln.

Fazit: Viel Bewegung bei Finanzdienstleistungen

Die Finanzbranche ist in Bewegung und künstliche Intelligenz hat einen guten Anteil daran. Mit der Digitalisierung und den immer ausgeklügelteren Einsatzmöglichkeiten moderner Technologien verändern junge Finanzdienstleister den Markt. Sie entwickeln neue, innovative und intelligente Finanzdienstleistungen. Bereits im ersten Quartal heimsten die FinTechs dafür hierzulande Rekordgewinne ein. Die Investitionsbereitschaft zeigt: FinTechs werden als ernstzunehmender Player auf dem Markt wahrgenommen. Darauf sollten die etablierten Finanzdienstleister reagieren. Bisher setzten sie in erster Linie auf Kooperation. Doch sie sollten sich in Sachen Digitalisierung eine Scheibe von ihren jungen Konkurrenten abschneiden. Sie brauchen Digitalisierungsstrategien, klare Antworten auf Künstliche Intelligenz und innovative Finanzdienstleistungen aus eigenem Hause.

 

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