Reichlich spät hat die Call Center Branche entdeckt, dass die Zukunft des Kundenservice nicht allein im telefonischen Dialog liegen wird. „Weil Kunden nicht nur anrufen …“ lautete in diesem Jahr das Motto von Europas Leitmesse für Kundenservice CCW in Berlin. Doch die Kundenservice-Industrie steckt in einer Bredouille. Die Chance zur Neupositionierung als Universal-Schnittstelle zwischen Unternehmen und Verbrauchern (Stichwort: Multi-Channel) wurde vielerorts nicht genutzt. Es wird nur zaghaft in neue Geschäftsmodelle investiert. Und vor der Tür steht die „mobile Welle“ der vernetzten Verbraucher, für die Servicequalität und -geschwindigkeit zum neuen Marketing geworden ist.
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Einige ausgewählte Technologieanbieter und Beratungsunternehmen machen angesichts des Innovationsstaus bei neuen digitalen Servicekonzepten ernst mit ihrer “Allianz für vernetzten Kundenservice”. In Frankfurt gründete ITyX gemeinsam mit den Technologie- und Beratungspartnern BIG Social Media, b.telligent, corporate quality und Lithium die iService Initiative. Die i-Service Initiative will einen Beitrag leisten für den Abbau von Innovationshemmnissen. Durch innovative Kundenservice-Konzepte sollen Unternehmen und Behörden ermutigt werden, sich der Vereinfachung und Beschleunigung ihrer Serviceprozesse an zu nehmen.
Mobile Smartphones & Tablets sorgen dafür, dass wir beruflich wie privat immer online sein können. Mit vernetzten Services könnten wir unsere alltäglichen Angelegenheiten spielend einfach selbst erledigen – wann und wo wir wollen.
In der Realität bieten Unternehmen uns aber häufig nur starre Servicekonzepte, die sich seit 20 Jahren nicht verändert haben. Wir wechseln vom Internet zum Telefon, um das Call Center um Hilfe zu bitten. Oder wir schildern unser Anliegen per E-Mail. Am anderen Ende der Leitung geben Mitarbeiter letztlich alles wieder per Hand in ihren Computer ein. Eine Geschichte voller Medienbrüche.
Ein kurzer Blick in die Online Presse:
WeiterlesenAnrufe im Call Center immer unbeliebter / soaktuell.ch
“73 Prozent der befragten deutschen Verbraucher geben sogar an, dass E-Mail ihr beliebtestes Kommunikationsmittel mit Unternehmen ist.”Social Media 2012: Ein Blick über den großen Teich / André Avatter
“Die Digitalisierung der Gesellschaft ist in den meisten US-Köpfen soweit vollzogen und abgeschlossen, was nun folgt, sind Visionen von Möglichkeiten, Träumereien oder Spinnereien, von denen einige wahr werden oder eben nicht. Zumindest steigt der Aktivitätsindex in den Staaten mit jedem Tag, der vergeht. Derweil sind die Europäer – und speziell die Deutschen – nicht untätig, sondern treten ebenso aktiv auf der Stelle, schauen verschämt über den großen Teich, um Inspirationen einzusammeln, sich zu empören oder gleich ganze Strategien zu kopieren.”
Die App-Economy sei nur der Anfang, liest man auf service insiders im Artikel “Perfekte Anpasser: Wie Apps die Wirtschaft verändern”. Dort stellt ITyX CEO Süleyman Arayan fest, dass für die zunehmende Verschriftung der Kommunikation in vielen Unternehmen noch die richtigen Konzepte fehlen. Arayan weiter:
Weiterlesen„Stattdessen warten Verbraucher immer noch zwei Tage auf Antworten, wenn sie eine E-Mail an ihren Telekommunikationsanbieter oder die Versicherung senden. Es wird Zeit, dass deutsche Unternehmen neue innovative Konzepte entwickeln und ausrollen, um den Austausch von Informationen per Knopfdruck zu ermöglichen“
Mehr als 50 Prozent der deutschen Verbraucher lehnen einen Anruf zur Kontaktaufnahme schlichtweg ab. Gleichzeitig hat sich der Anteil der per E-Mail gestellten Anfragen seit 2008 mehr als verdreifacht. Mit 35 Prozent ist der Anteil der E-Mail-Kommunikation zwischen Unternehmen und Verbrauchern heute fast ebenso hoch wie der telefonische Kontaktanteil (36 Prozent). 73 Prozent der befragten deutschen Verbraucher gaben sogar an, dass die E-Mail zur Kontaktaufnahme mit Unternehmen ihr beliebtestes Kommunikationsmittel ist – europäischer Spitzenwert.
Internet und mobile Endgeräte lassen die Schriftform in der Kommunikation zwischen Verbrauchern und Unternehmen immer bedeutsamer werden – und vor allem einfacher. Durch moderne Analysemethoden können Unternehmen Anfragen per E-Mail, De-Mail & Co. sogar weit effizienter verarbeiten als Telefonanrufe.
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Die Auswertung des gigantischen Datenvolumens, die Mustererkennung und das Antizipieren von Kundenwünschen über Software-Systeme mit Künstlicher Intelligenz zählt zur Königsdisziplin der vernetzten Service-Ökonomie, stellt ITyX-Vorstand Andreas Klug in der Online-Ausgabe des P.T.Magazins fest. Dabei bietet die Dominanz der verschrifteten Kommunikation in sozialen Netzwerken erheblich Vorteile im Vergleich zum traditionellen Kundendienst: „Unternehmen bekommen die Chance, die zur Bearbeitung der Kundenanfrage benötigten Daten und Informationen bereits im Vorfeld der Beantwortung automatisiert zu ermitteln und einzusammeln. Während der Kunde am Telefon warten muss, bis der Servicemitarbeiter den Status seines Auftrags umständlich in verfügbaren Backend-Systemen eruiert, können Kundenwünsche über die asynchrone Kommunikation über die so genannte Dunkelverarbeitung in einem viel höheren Automatisierungsgrad erfüllt werden“, erläutert Klug.
Vollständigen Artikel “Wenn aus der Kreditkarte eine App wird” im P.T. Magazin lesen.
WeiterlesenWann sind Sie das letzte Mal bei einem Serviceerlebnis positiv überrascht worden? Uns allen fällt auf, wenn unsere Erwartungen übertroffen wurden und wir erzählen darüber. Heute mit größerer Wirkung als früher, weil wir im Web darüber schreiben. Immerhin 78 Prozent der Konsumenten vertrauen laut einer Nielsen-Studie auf User-Bewertungen, die Beeinflussung durch klassische Werbung hat dagegen massiv an Bedeutung verloren (14 Prozent). Und häufig sind es eben die negativen Erlebnisse, die sogenannten „Service-Havarien“, über die sich Verbraucher austauschen. Sie verbreiten sich und beeinflussen die Kaufentscheidungen anderer. Die Existenz des Mitmach-Web hat uns Verbraucher mit dieser neuen Machtfülle ausgestattet. Während wir noch vor 20 Jahren in Demut und ohne Murren das Servicediktat unserer Finanzdienstleister, Telekommunikationsunternehmen und Energieversorger hinnehmen mussten, steht es uns heute frei, unsere erlebten Servicehavarien in die Tiefen des WWW zu verbreiten. Oder neudeutsch: Wir posten unsere Service-Experience. Die damit verbundenen möglichen Skaleneffekte sind hinlänglich aus den klassischen Medien bekannt. Schon häufig wurden Otto-Normalverbraucher innerhalb weniger Tage zu Stars des Netzwerks – und ihre Serviceerlebnisse werden mit Millionen Netzbewohnern geteilt.
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“Der Community zeigen, was man mag, was man sich wünscht, oder aber auch, was man gekauft hat – Social Shopping und Social Bookmarking in dieser Form gibt es mit Anbietern wie Kaboodle, ThisNext, Wists, oder aber auch Edelight bereits seit Jahren: Man legt Listen an, übernimmt Produktfunde der Anderen in die eigenen Listen oder fügt sie den eigenen Favoriten hinzu; man kommentiert die Funde der Anderen und baut sich eine eigene kleine Community, indem man andere User followt oder als Freund markiert”, schreibt Bloggerin Anissa Stettner.
Mit Pinterest ist ein weiterer Anbieter dazugestoßen, allerding nicht als reiner Blogservice oder Bildersammelmappe.
WeiterlesenDie bemerkenswerten Studienergebnisse über die rapide Zunahme des Anteils schriftbasierter Dialoge im europäischen Kundenservice lässt die Vertreter der österreichischen Call Center Industrie weitestgehend unbeeindruckt. Wie so häufig wird mehrheitlich die Meinung vertreten, dass nicht jeder Trend des deutschsprachigen Nachbarn unweigerlich auf die Verhälntise der Alpenrepublik anzuwenden ist. So lässt sich die interessante Debatte des Callcentercircle in Wien zusammenfassen. Der Abend stand unter dem Motto „Servicedialoge intelligent automatisieren“. Rund 60 Gäste folgten der Einladung der Sponsoren ITyX und Crealog, die – jeweils für den Servicedialog per Sprache (moderne Sprachdialogsysteme) und Schrift (lernfähige Text-Analyse-Verfahren) warben und praxisnahe Beispiele für wirksames Customer Experience Management präsentierten.
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